Die Kastenform ist eine der am häufigsten benutzten Backformen – und gleichzeitig eine der unangenehmsten, wenn es ums Auskleiden mit Backpapier geht. Die Form ist lang und schmal, das Papier will sich nicht richtig anlegen, an den Seiten entstehen Falten, und irgendwann gibt man es auf und fettet einfach ein.
Dabei lässt sich eine Kastenform tatsächlich gut mit Backpapier auskleiden – wenn man weiß, wie.
Warum das Einlegen bei Kastenformen so schwierig ist
Das Problem ist die Geometrie. Anders als bei einer runden Springform, bei der ein ausgeschnittener Kreis auf dem Boden liegt und der Rest sich selbst erledigt, hat eine Kastenform vier Seiten, zwei davon lang, zwei kurz. Wer ein einziges großes Stück Backpapier hineinlegen will, kämpft zwangsläufig gegen Falten an den Ecken.
Diese Falten sind nicht nur ästhetisch unschön – sie können den Teig ungleichmäßig führen, sich beim Einlegen aufwölben und dafür sorgen, dass der fertige Kuchen an den Ecken klebt oder der Boden sich uneben backt.
Die einfachste Methode: ein Streifen quer
Die praktischste Methode für Alltagssituationen: Einen Streifen Backpapier so zuschneiden, dass er den Boden und die beiden Längsseiten bedeckt – mit etwas Überstand an den Rändern. Das Papier liegt quer in der Form wie eine Schiene.
Die beiden kurzen Seiten bleiben dabei unbedeckt. Wer die Form vorher leicht eingefettet hat, hält das Papier an Ort und Stelle. Die kurzen Seiten der Form brauchen kein Papier, solange die Form gut beschichtet oder gut gefettet ist – der Kuchen löst sich dort nach dem Auskühlen in der Regel problemlos.
Dieser eine Streifen genügt für die meisten Kastenformen und die meisten Teige. Die Überstandslaschen an den Seiten dienen später als Griffe, um den Kuchen leicht herauszuheben.
Die vollständige Methode für empfindliche Teige
Wer einen sehr feuchten Teig bäckt – etwa einen Rührkuchen mit viel Flüssigkeit, einen Bananenbrot-Teig oder ähnliches – und auch die kurzen Seiten absichern will, nimmt einen zweiten, schmaleren Streifen, der quer dazu gelegt wird und die kurzen Seiten abdeckt.
Diese Kreuzschienen-Methode deckt die gesamte Form aus, ohne dass große Falten entstehen – weil jeder Streifen nur in eine Richtung biegt und sich nicht um Ecken wickeln muss.
Der Knüll-Trick für glatte Anlage
Eine Methode, die wenige kennen: Das Backpapier kurz unter Wasser halten, zusammenknüllen und dann wieder glatt streichen. Das Papier verliert dadurch seine Steifheit und legt sich viel besser an die Form an – ohne Rollneigung, ohne sperrige Kanten.
Wer dann noch die Form leicht einölt, hat eine Unterlage, die wirklich plan anliegt und nicht mehr verrutscht.
Wann lässt man das Papier weg?
Für feste, trockene Teige in einer gut beschichteten Kastenform – normaler Rührkuchen, Sandkuchen – reicht eine gut eingefettete und bemehlte Form ohne Papier vollständig aus. Das Papier bringt hier kaum Mehrwert.
Bei feuchten Teigen, schweren Broten oder wenn man den Kuchen mit Griffen herausheben will, ist das Papier dagegen sehr hilfreich.
Wer auch die Springform mit Backpapier auskleiden möchte, findet eine eigene Anleitung im Artikel Springform mit Backpapier auskleiden.
