Die Backpapierrolle ist leer, aber im Schrank liegt noch Butterbrotpapier. Kann man das nehmen? Viele probieren es einfach aus – mit unterschiedlichem Ergebnis. Manchmal klappt es, manchmal klebt alles fest, und man fragt sich nachher, was da eigentlich schiefgelaufen ist.
Die Antwort ist nicht so einfach wie ein klares Ja oder Nein. Sie hängt davon ab, was man backen will und was man von dem Papier erwartet.
Was der eigentliche Unterschied ist
Der entscheidende Unterschied liegt in der Beschichtung. Modernes Backpapier ist mit einer dünnen Silikonschicht überzogen, die für die Antihafteigenschaften verantwortlich ist. Diese Beschichtung ist der einzige Grund, warum nichts am Backpapier klebt.
Butterbrotpapier hat diese Beschichtung nicht. Es ist fettdichtes Pergamentpapier – es hält Fett zurück und ist feuchtigkeitsresistent, aber es hat keine echte Antihaftwirkung. Teig, der direkt darauf backt, haftet deshalb fast genauso wie auf unbehandeltem Backblech.
Das ist kein Qualitätsunterschied zwischen billigem und teurem Papier – es ist ein grundlegend anderes Produkt.
Wann Butterbrotpapier trotzdem funktioniert
Es gibt Situationen, in denen Butterbrotpapier als Notlösung funktioniert – wenn man es richtig einsetzt:
Wenn das Papier gut eingefettet wird. Eine großzügige Schicht Butter oder Öl auf dem Butterbrotpapier schafft eine Trennschicht, die das Haften verringert. Das ist im Grunde die Methode, wie man früher gebacken hat, bevor Backpapier mit Silikonbeschichtung Standard wurde. Es funktioniert, ist aber weniger zuverlässig als silikonbeschichtetes Backpapier – besonders bei feuchten oder zuckerreichen Teigen.
Für sehr trockenes Gebäck wie einfache Kekse mit wenig Fettgehalt kann es ausreichen. Das Kleberisiko ist bei trockenen Teigen generell geringer.
Als Abdeckung – nicht als Unterlage. Butterbrotpapier zum Abdecken von Teig beim Ruhen, als Trennblatt zwischen gestapelten Gebäckstücken oder zum Einwickeln: dafür ist es vollständig geeignet und funktioniert genauso gut wie Backpapier.
Wann man es besser lassen sollte
Feuchte Teige – Rührkuchen, Biskuit, Käsekuchen – kleben auf Butterbrotpapier auch mit Fett fast immer. Der hohe Feuchtigkeitsgehalt überfordert die dünne Fettschicht.
Zuckerreiches Gebäck klebt sogar noch stärker als auf normalem, unbeschichtetem Material. Karamellisierender Zucker haftet an allem, was keine echte Silikonbeschichtung hat.
Und bei höheren Temperaturen über 200 Grad verhält sich Butterbrotpapier schlechter als Backpapier – es ist dünner, weniger hitzestabil und neigt eher dazu, zu bräunen oder brüchig zu werden.
Was mit Pergamentpapier ist
Pergamentpapier, das manchmal mit Butterbrotpapier gleichgesetzt wird, ist ähnlich aufgebaut – fettdicht, aber ohne Silikonbeschichtung. Der Begriff wird im Deutschen manchmal uneinheitlich verwendet. Was auch immer auf der Verpackung steht: Wenn der Hinweis auf Silikonbeschichtung oder „antihaft“ fehlt, sollte man damit nicht ohne zusätzliches Fett backen.
Wer mehr über die anderen Alternativen zu Backpapier wissen möchte – von der Silikonmatte bis zum Backtrennspray – findet im Artikel Backen ohne Backpapier einen umfassenden Überblick.
